Grand mit Achten
Zu einem großen Auto wie der Chauffeurs-Limousine von Audi gehören eigentlich acht Zylinder wie der Name auf dem Heck – um mit Marianne Rosenberg zu argumentieren. Gehen wir davon aus, dass es unter der Motorhaube wirklich achtelt, fühlt man sich im Inneren des Grande der Vier Ringe tatsächlich fürstlich. Erlesene Ledersitze von bestem Comfort einschließlich Belüftung und Massageprogramm, Instrumententafel in Wurzelholz vom Feinsten, haptiges Lederlenkrad, versenkbarer Bildschirm für alle nur erdenklichen Fahrzeugeinstellungen und natürlich Fondsplatz ohne Ende nebst Controll-Panel für den Chef und kabellosem Anschluss all seiner modernen Kommunikationsmittel wie ipad, Laptop oder Handy. Im Fahrbetrieb flüsterleise, nur ein paar schwache Windgeräusche ab und zu sagen, dass man eben mit rund 200 auf der Autobahn unterwegs ist. Kaum merklich die Autobahnunebenheiten, auch auf Landstraßen gleitet der große Audi ruhig und völlig schwerelos.
In Wirklichkeit ist der A8 auf meinen Wunsch hin mit dem genügsamen Sechszylinder-Dreiliter-Diesel ausgestattet, der sich aber in diesem Luxusfahrzeug geräuschlich gar nicht bemerkbar macht. Großartig auch in diesem Auto seine Leistung; das Drehmoment des Diesels überzeugt immer wieder durch sanfte Verstärkung der Einpresstiefe des Rückens in die Audi-Sitze. Erkennbar an den Blicken der auf der rechten Autobahnspur zurück Gelassenen.
Ein Hoch auch in diesem Auto auf die im Nutzfahrzeugbau schon längst als Standard verwendete Luftfeder, die dort zugunsten der Wirbelsäule der Fahrer und zur Austarierung von Ladung und maximaler Fahrzeughöhe eingesetzt wird. Im Pkw-Bau würde sie sicher so manche Bandscheiben-Operation überflüssig machen.
Für den A8 nutzt sie Audi als überaus komfortablen Ersatz der traditionell verwendeten Federbeine, die in der Übertragung der Bodenunebenheiten und winterzerfressenen Schlaglöcher manchmal doch arg an die eigentlich längst vergessenen Blattfedern erinnern. Nichts von dem im A8, man könnte Canasta spielen auf den Klapptischchen der Rückbank oder eine Patience legen.
Wie in anderen Audis verrichtet der 3-Liter-Diesel auch entgegen der inzwischen landläufig vorherrschenden Aversion gegen großvolumige Motoren seinen Dienst zwar mit Wucht und – neudeutsch – Performance, braucht aber dank ausgefeilter Motorelektronik und der beim 3-Liter-Diesel serienmäßigen Stopp-Start-Automatik (hab‘ ich von Land Rover, ist aber logischer als das gebräuchliche „Start-Stopp“, denn man stoppt bei dieser Technik zuerst und startet dann wieder…) immer weniger.