12 Rundern Zitterpartie
Das hatten die rund 18.000 Besucher in der Kölner Arena nicht erwartet. Ihr Schützling Felix Sturm, der in seinem selbsternannten Wohnzimmer antrat, war 12 Runden lang nur im Rückwärtsgang.
So sahen es die Zuschauer in der Halle und am TV, nur zwei von drei Punktrichter sahen dies anders. Jose Ignacio Martinez aus Spanien und Roberto Ramirez aus Puerto Rico werteten den Kampf mit 116:112 für Sturm. So konnte er seinen Weltmeistergürtel zwar behalten, ahnte aber wohl schon den Unmut. Noch im Ring bot er Macklin, der ab der ersten Runde den Infight suchte und nach vorne marschierte, einen Rückkampf an.
Macklin sah zwar nach 12 Runden ondulierter aus als Sturm, aber dies täuscht. Zeitweise hat "Mack the knife" ihm die Fäuste um die Ohren geschlagen, dass einige schon an ein vorzeitiges Aus von Sturm dachten.
Nur in der 12. Runde hatte man den Eindruck, das Sturm wach wurde und sich auf sein Können besinnte. In einem mitreissenden Fight konterte er den 29-jährigen Macklin aus und verpasste ihm einige Faust-Salven.
Am Ende war die zehnte Titelverteidigung für Sturn äußerst schmeichelhaft und mit Heimvorteil gerade noch mal gutgegangen.
Allerdings bekamen die Zuschauer einen unterhaltsamen Boxambend geliefert, der mit dem neuen Song "Rock me" und Live-Auftritt von Mel C untermalt wurde.
Text: KG / Fotos: BS