Rechts 3, Kuppe voll, Ziel Dirt 3


Nachdem Dirt 2 zu sehr auf jugendliche Show&Shine Gamer getrimmt wurde, mit Feuerwerk und buntem TamTam, geht Codemasters mit Dirt 3 mehr zurück zu den Wurzeln. Ein richtiges Rallyespiel sollte herauskommen, im Sinne der seligen Colin McRae-Reihe.


Wir checken ein und sind sofort mitten drin, im Rallyeland Schweden. Die Dirt-Tour eigent sich direkt für den Gelegenheits-Gamer. Zwar ist das der Karrieremodus, wo man annehmen sollte, erstmal langwierig mit kleinen Rallyeautos auf die man keine Lust hat die Level freizufahren zu müssen, ist das hier aber ganz anders. Sicher muss man sich mit guten Platzierungen für bessere Aufgaben qualifizieren, dies macht aber höllisch Spaß.

Unser erstes Einsatzgefährt ist ein 70er Jahre Opel Kadett C GT/E, perfekt für einen Gamer um die 40, der diese Fahrzeuge noch kennt. Endlich mal etwas anderes als nur diese japanischen Seriensieger Evo und WRX im bunten Design.


Wir wollen die Nostalgiegefühle auf die Spitze treiben und schalten in die Innenraumperspektive. Zuerst sind wir überrascht, dass auch der Innenraum eines Einsteigerwagens so verliebt detailliert umgesetzt wurde und dann freuen wir uns über die tolle Perspektive. Ist die Cockpitansicht bei den meisten Race-Games das große Manko, mal zu weit weg, mal zu dicht, dann ist rechts mal der halbe Innenraum abgeschnitten, fühlt man sich bei Dirt 3 direkt wie im realen Auto hinterm Lenkrad.


Sicherlich mag das Spiel Schwächen für Hardcore-Gamer haben, allein das Setup ist für heutige Verhältnisse sehr dürftig ausgefallen, ist es nahezu ideal für Gamer mit wenig Zeit. Einsteigen, Schlüssel rum und eine Staubwolke hinter sich lassen. Im Anfängermodus ist es auch für Einsteiger perfekt, um mit Spannung ins Spiel zu finden und nicht nur Letzter zu werden. Auch das haben wir schon sehr oft schlechter gesehen. Oft ist ein Spiel sehr schwer und erfordert viele Stunden der Eingewöhnung, die "erwachsene" Spieler einfach nicht haben. Anders Dirt 3, es lässt sich angenehm an die jeweilige Spielstärke anpassen und hat somit Langzeit-Potenzial.


Die perfekt umgesetzte Lenkung und die schön anmutende, vorbeizischende Landschaft begeistern uns ebenso, wie der tolle Fuhrpark. Steigen wir nun in den Opel Manta 400 oder in den 80er Jahre Seriensieger Lancia Delta Integrale?


TESTED-Fazit:

Endlich ein Rallyespiel für die Generation Golf. Der Ü30/40 Gamer kann ohne langen Anlauf direkt im genial umgesetzten Cockpit Platz nehmen und Staub aufwirbeln. Zu den schön umgesetzten Fahrzeugen der Neuzeit, wie Ford Focus RS, Citroen WRC, stehen eine beachtliche Anzahl historischer Rallyefahrzeuge bereit. Codemasters hat seinen Platz ganz oben auf dem Rennspiel-Podest erfolgreich verteidigt.


Live-Impressionen in unseem AWR-Youtube-Channel


Text: EL / Foto: Codemasters