Die schwarzen Old School Boots anziehen und anschnallen!



Fünf lange Jahre mussten Fans nach dem vergurkten „Driver: Parallel Lines“ auf eine hoffentlich bessere Fortsetzung warten. Der positive Schatten des ersten Teils ist mächtig, gerne spielt man noch heute die legendäre Parkhaus-Szene auf der Playstation von damals, wenn einem das Retro-Fieber mal wieder packt.

Aber nun ist es soweit, seit 1. September ist John Tanner zurück. Reflections hat in Driver: San Francisco den Spagat versucht, neue Elemente wie das „shiften“ einzubauen, aber auch den einfachen Arcade Spielspaß wieder in den Focus zu rücken. Und dies ist sehr gut gelungen.

 

Um was geht es? Tanner landet nach einem extra harten Crash im Krankenhaus und begibt sich fortan auf eine mentale Jagd nach dem Gangster Jericho. Hierbei schwebt er praktisch über der Stadt und kann sich in jedes Fahrzeug „shiften“, wie Ubisoft diese Funktion nennt. Klingt am Anfang verwirrend, ist es in der Praxis auch. Nach 3-4 Missionen und ein wenig Shift-Erfahrung, macht es aber Spaß hoch 10. Du steckst in einer Verfolgungsjagd, warum nicht in den schnelleren Ford GT40 shiften, oder in einen Truck und dem Gegner den Weg versperren. Fast alles ist möglich. Natürlich ist es nicht real, aber es ist in der virtuellen Spielewelt ein absolut interessantes Feature.

So müssen neben der Hauptstory, der Verfolgung Jerichos, unzählige Stadtmissionen erledigt werden. Man findet sich zum Beispiel am Steuer eines Fahrschulwagens wieder und muss den Puls des Fahrlehrers durch gewagte Manöver zum explodieren bringen. Oder halsbrecherische Stunts für eine TV-Show durchführen. Dafür gibt es „Willenskraft-Punkte“ die man später in neue Fahrzeuge investieren kann und man schaltet nebenbei noch neue Missionen und Fahrzeuge frei . Insgesamt stehen dem „Driver“ 120 lizenzierte Karossen zur Verfügung. Normale Alltagsautos, aber eben auch Dodge Charger, GT40 oder doch lieber eine Runde im 70er Jahre Trans Am drehen?

Die Steuerung der Boliden ist ok, man findet sich schnell zurecht und kann Gas geben. Allerdings missfällt der Gummibandeffekt bei den Verfolgungsrennen. Speziell bei manchen Stadtmissionen, bei denen ihr im Pulk von 4-5 Autos fahrt, ist dies eine nervige Angelegenheit. Der Spaßfaktor leidet darunter aber nicht.

 

Tested-Fazit:

 

Mit Driver: San Francisco hat Ubisoft ein tolles Rennspiel, nicht nur für Fans der Serie auf den Markt gebracht. Die „Old School“ Bleifuss-Raserei durch das virtuelle San Francisco macht ebenso Laune, wie das „shiften“. Kurze, knackige Missionen sind wie geschaffen für die Ü30-Gamer, die aus beruflichem und familiärem Zeitmangel, nur zwischendurch Gas geben können. 120 Fahrzeuge mit Innenraumperspektive und 60 coole Songs bieten Langzeitspaß. Abzüge gibts nur für die mäßige KI und teilweise grobe Grafik. Jedoch an Unterhaltungswert und Spielfreude, startet das neue Driver mit qualmenden Gummis voll durch.


Und am Ende des Tages bleibt sowieso nur eine Feststellung: Du bist der Driver!


Ab sofort für PS3, XBOX 360  erhältlich.


Text: EL / Fotos: UBISOFT