Uncharted 3 ist atmosphärisch so dicht, dass man vom Sofa aufspringen und den Feuerlösche holen möchte

Glücksritter


"Achtung" ruft Sulli aus der Ferne und schon kracht das Gebälk unter unseren Füßen hinweg und wir können uns nur noch mit einem Hechtsprung an einem Vorsprung im Mauerwerk festhalten, bevor es 30 Meter in die Tiefe geht.

Endlich, zwei Jahre nach dem überragenden Erfolg von Uncharted II, beglückt uns NaughtyDog mit einem neuen Abenteuer rund um Nathan Drake. Mit dabei sind wieder seine bekannten Gefährten Chloe, Charlie, seine alte Flamme Elena und sein Mentor Victor Sullivan. Für Spieler die erst beim dritten Teil einsteigen hat NaughtyDog eine schöne Idee. Direkt am Anfang ist eine Mission als Rückblende in die Geschichte eingebaut, so erfährt man, wie sich Drake und Sulli kennengelernt haben. Toll gemacht.


Die Geschichte selbst ist packend, erstreckt sich über 22 Missionen und hat keine Längen. Während des Spiels freut man sich auf jede neue Minute und hofft, dass die Missionen nicht enden. Die Story hetzt Drake um die ganze Welt. Und ob im London Underground, in einer alten Burg in Syrien, im Jemen oder in komplexen, alten Zitadellen und Schlössern, stets treibt den Abenteurer die Suche nach der verschollenen Stadt Iram voran. Auf den Spuren von T.E. Lawrence sucht er das Atlantis des Sandes.

Es ist nicht nur die Grafik die so unglaublich genial ist, es ist vielmehr die Summe der hervorragenden Einzelfaktoren, Sound, Grafik, Bewegung, die den Spieler völlig in das Spiel eintauchen lassen. Dank NaughtyDogs mächtiger 3D-Engine die alles aus der PS3 Hardware rausholt, wirken die Protagonisten sehr lebendig und trotz mega Grafik sahen wir keine Ruckler oder ähnliches.

Die Rätsel sind dünn gesäht und nicht überfordernd, zumal nach wenigen Minuten eine Hilfe eingeblendet wird, was wir als Gelegenheitsgamer ideal empfinden. So bietet Uncharted 3 auf einem leichten Schwierigkeitsgrad immer wieder die Möglichkeit, auf dem heimischen Sofa zum coolen Abenteurer zu werden, ohne zeitlich die Familie zu vernachlässigen. Die Missionen sind in sich abgeschlossen und selbst nach einiger Zeit Abstinenz kommt man dank der einfachen Steuerung leicht ins ca. 8-10 Stunden dauernde Kraxel-, Sprung- und Geschicklichkeitsspiel zurück. Die spannende und humorvolle Jagd, auch dank exzellenter Synchronisierung ins deutsche, verliert zu keinem Zeitpunkt den Spaß. Nur die (wenigen) Prügelszenen hätten etwas geringer ausfallen können, da diese zu hölzern ablaufen. Wenn überhaupt, wäre das ein Kritikpunkt.

Und wer alle fünf Schwierigkeitsgrade erfolgreich gemeistert hat, kann sich anschließend im Multiplayermodus noch Monate vergnügnen. Zum Glück steht gerade die dunkle Jahreszeit vor der Tür und bietet genügend Zeit für einen Abenteuerausflug.


Fazit:

Gegen Nathan Drake ist der Jäger des verlorenen Schatzes nur Kinderschokolade.


AWR-Kauftipp!


Info: Uncharted 3 Trailer


Text: BS / Fotos: Sony